SPRACHENSENSIBILITÄT MACHT
SCHULE
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Versuchen Sie den folgenden Text auf
einer Fremdsprache zu erklären, die Sie
gelernt haben:
„Die Epidermiszellen sind lückenlos
ineinander verzahnt und von einer
wachsartigen Schutzschicht, der Cuticula,
bedeckt. Beides verhindet, dass Stoffe
unkontrolliert aus dem Blatt heraus- oder
in dieses hineingelangen.“
(„Fokus Biologie Gymnasium 7|8 Ausgabe N“,
Cornelsen Verlag, Berlin 2009: S. 76)
Und wie würden Sie den folgenden kurzen
Text übersetzen?
„Eine Zuordnung nennt man proportionale
Zuordnung, wenn zum 2.Fachen, zum
3.Fachen, zur Hälfte, zum dritten Teil ... der
Ausgangsgröße das 2-Fache das 3-Fache,
die Hälfte, der dritte Teil ... der
zugeordneten Größe gehört.“
(Becke und Schmidt: „Training Mathematik,
Mathematik 7. Klasse“, Stark Verlagsgesellschaft
2001: S. 39)
Gar nicht so einfach, oder? Und jetzt stellen
Sie sich vor, Sie wären 14 Jahre alt und erst
vor kurzem in Deutschland angekommen.
Sie lernen noch nicht lange Deutsch und
nun werden Sie jeden Tag in Dutzenden
von Situationen mit solchen Texten
konfrontiert.
Die beiden Textbeispiele sind Zitate aus
Schulbüchern für den Biologie- und
Mathematikunterricht der 7. Klasse. Sie
zeigen Probleme, die viele Schulbücher
haben: Sie sind vollgepackt mit dichten
Erzählungen, wissenschaftlichen Begriffen,
komplexen Satzstrukturen und hoffnungslos
vielen Definitionen. Aus dieser Textmasse
die wichtigen Informationen heraus-
zufiltern, ist selbst für muttersprachliche
Schüler oft eine Herausforderung: Die